Patric Buschhoffs Welt der Fische

Diskusfische Zucht

Gattung Symphysodon

Dr. Johann Jacob Heckel 1890

Nachzucht von Zierfischen ist letztlich immer das erfolgreiche Ergebnis artgerechter Haltungsbedingungen.

Wenn sich im Gesellschaftsaquarium innerhalb der Gruppe ein Pärchen gebildet hat, sollte der Pfleger dieses sorfältig und regelmäßig beobachten.

Passen die Partner in der Farbe/Variante zueinander? Passen sie genetisch zueinander? Sind sie nicht zu eng verwandt?

Die Beachtung dieser Kriterien unterscheidet den Züchter schließlich vom Vermehrer.

Macht die Verpaarung Sinn?

Mischmasch, Bastarde (=Hybriden) gibts mehr als genug!

Verhalten sie sich harmonisch?

Die Harmonie der Elterntiere ist für das Durchbringen der Brut enorm wichtig.

Sind diese Kriterien erfüllt, so kann man das Diskuspaar Ins Zuchtaquarium setzen. Das Zuchtbecken sollte mindestens eine Kantenlänge von 50x50x50 cm haben. Das Licht sollte gedämpft sein. Kein Bodengrund oder Pflanzen! Eine leistungsstarke biologische Filterung und ggf eine Entkeimungsanlage (Ozon) sind für die Hygiene wichtig! Als Zuchtwasser kann aufbereitetes Regenwasser, vollentsalztes Wasser oder mit Umkehrosmose erzeugtes Wasser verwendet werden, dass mit abgestandenem Leitungswasser vermischt wird. In der Regel ist eine Leitfähigkeit von ca. 100 MikroSiemens anzustreben. Die Wasserwerte können sehr variieren, je nach den Bedürfnissen der Elterntiere. Hier muss man sich entweder bei vertrauenswürdigen Händlern/Züchtern erkundigen, die die Herkunft des Diskuspärchens kennen oder selbst experimentieren. Der PH-Wert sollte sich im sauren Bereich bewegen (> PH 6) . Dies lässt sich wunderbar mit Torfextrakt, der auch gleichzeitig die von den Diskusfischen geliebten Huminstoffe ans Wasser abgibt, und Muschelkalk steuern. Diese Substanzen werden je nach Bedarf im Textilsäckchen (evtl. Teebeutel o.ä.) ins Zuschtaquarium verbracht. Im Zuchtbecken muss die Wasserqualität ständig kontrolliert und ggf. nachgesteuert werden, weil sich die Wasserwerte eines Aquarienwassers mit einer Gesamthärte von 2 Grad rasch verändern können. Die Temperatur sollte konstant 30 Grad Celsius betragen. Als Laichsubstrat kommt der allgemein bekannte Laichkegel ins Zuchtbecken. Eine Schieferplatte schräg aufgestellt täte es auch, aber der Laichkegel - Abkömmling einer in der Frühzeit der Diskuszucht verwendeten Grabvase - hat sich im Laufe der Jahre durchgesetzt. Gründe hierfür sind die für Diskusfische sehr ergonomische Form und die minimierte Verletzungsgefahr. 14 Tage sollte ein Zuchtaquarium mindestens laufen, bevor das frisch gebackene Zuchtpärchen eingestzt werden kann.

Gefüttert werden sollte nur sehr sparsam im Diskuszuchtaquarium um die Wasserhygiene zu gewährleisten. Keime, durch Futter eingebracht, können als eine der Hauptursachen für ein Verpilzen des Geleges angesehen werden. Gut konditionierten Elterntieren ist eine Fastenkur nicht unbedingt abträglich. Wenn ein harmonisches Diskuspaar ins Zuchtbecken eingebracht wird, dauert es meist keine 24 Stunden, bis sie mit den Laichvorbereitungen beginnen. Hierzu gehören das gemeinsame Putzen des Laichkegels, Probelaichen zum Herausfinden der richtigen Stelle und das Synchronisieren durch gegenseitiges "Verbeugen". Während dessen dunkelt die Farbe der Diskusfische stark ab. Der eigentliche Laichakt, der ca. eine Stunde dauert, beginnt, wenn sich beim Weibchen die Lairöhre zeigt. Das Diskusgelege hat je nach Variante und Konditionierung der Elterntiere eine Größe von ca. 100 bis 400 Eiern.

Nach 48 Stunden zeigt sich die Entwicklung der befruchteten Eier in Form dunkler Punkte. Nicht befruchtete Eier werden von verhaltensmäßig intakten Diskuseltern aus dem Gelege entfernt und gefressen. Nach 60 Stunden sind die Larven sichtbar, die buntbarschtypisch mit den Haftdrüsen am Kopf am Laichkegel sitzen. Die Elterntiere bewachen und pflegen das Gelege und fächeln den Larven sauerstoffreiches Wasser zu. In der Zwischenzeit beginnt bei den Diskuseltern die Produktion des Hautsekrets, dass den Jungtieren ab dem 5. oder 6. Tag zunächst als alleinige Nahrungsgrundlage dient, indem sie es vom Körper der Eltern abweiden. Man kann das gut an den weißlichen Bäuchen der Jungtiere erkennen. Diese Ernährung der Jungbrut ist eine Besonderheit der Diskusfische, die sich in ähnlicher Form nur bei ganz wenigen anderen, aquaristisch allerdings unbedeutenden bzw. ungeeigneten Arten findet. Es hat immer wieder Versuche gegeben, das Hautsekret der Diskusfische künstlich nachzuahmen, welche stets gescheitert sind. Letztlich sind diese Versuche auch abzulehnen weil hierdurch Generationen von Diskus heranwachsen würden, die diese faszinierende Fähigkeit verloren haben. In abgeschotteten Populationen reichern sich derartige Defektgene nunmal an.

Die Larven haben sich nach 14 Tagen bereits zu etwa 5 mm großen Jungfischen entwickelt. Ab jetzt kann mit Artemianauplien zugefüttert werden, was das Wachstum der Jungfische beschleunigt und den mittlerweile zerzausten Elterntieren Entlastung schafft. Nach vier bis fünf Wochen sollten die Jungtiere von den Eltern getrennt werden.

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